Sehr geehrte Damen und Herren,
AAGE e.V. bittet um folgende Richtigstellung:
Der Verein African-American German Exchange e.V. wurde nicht, wie in dem Artikel behauptet, von meinem Lebensgefährten, Cedric Barnes, des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden des Vereins, und mir aufgebaut. Wir sind durch eine Veranstaltung des Vereins zum Black History Month im Februar 2008 auf den Verein aufmerksam und durch Gabriele Blam (der Ideengeberin und damals erste Vorsitzende des Vereins) Ende vergangenen Jahres schließlich Mitglieder geworden.
Gründer dieses Vereins sind, was bedauerlicherweise nicht erfragt wurde, was wir aber gerne erwähnt hätten: Gabriele Blam, Carol Chatterton, Martina Damiche, Donnie Davidson, James Domingo, Elisabeth Eikermann, Brigitte Emsermann, Hank English, Clarence Hudson, Lawrence McKee, Michael N’’Tumbaani Reid, Donald Ridgeway, Dr. Linda Starbatty, Herman Washington und Jesse J. Wilder.
Die Ausrichtung des Vereins ist, wie mehrfach in dem Interview betont, die Vermittlung der afrikanisch-amerikanischen Kultur und Geschichte durch die in Frankfurt und Umgebung lebenden afrikanisch-amerikanischen Mitbürger. Gemeint ist nicht die amerikanische Kultur und/oder Geschichte, wie in dem Artikel fälschlicherweise behauptet bzw. die afrikanische Kultur und Geschichte. Hier ließe sich die Frage stellen, welche afrikanische Kultur dem Verfasser des Artikels vorgeschwebt hat, da Afrika, auch das wurde während des Interviews von uns mehrfach betont, ein Kontinent ist und es eine rein afrikanische Kultur ebenso wenig gibt wie eine rein europäische Kultur. Kultur ist stets länderspezifisch unterschiedlich.
Der Verein AAGE e.V. wendet sich an alle, die an der afrikanisch-amerikanischen Kultur interessiert sind.
Das Zitat: „Doch die Wahl von Barack Obama hilft uns sehr, in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen zu werden.“ ist frei erfunden. Natürlich freuen wir uns sehr, dass mit der Wahl eines – fähigen – Amerikaners mit afrikanischem Hintergrund zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der Weg ein Stück weiter geebnet wird zu einer Welt, die es erlaubt, alle Menschen dieser Erde in Frieden miteinander leben zu lassen, Berufe ihrer Wahl und Fähigkeiten auszuüben etc. ohne aufgrund ihrer „Rassenzugehörigkeit“ oder Haut-/Haarfarbe ausgegrenzt zu werden.
Richtig wiedergegeben wurde, dass mit dieser Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika der Traum von Martin Luther King Jr. noch nicht vollständig Realität wurde. Nach wie vor gibt es Ausgrenzungen und Schlechterstellung aufgrund von Haut-/Haarfarbe und Herkunft.
Ich habe nicht, wie zitiert, behauptet: „In Frankfurt gestaltet sich das Zusammenleben von Deutschen und anderen Volksgruppen inzwischen einigermaßen problemlos.“ Ich habe in dem Interview betont, dass ich persönlich noch nicht rassistischen Beschimpfungen oder physischen Angriffen ausgesetzt war, was aber nicht heißt, dass es das nicht – auch in Frankfurt am Main – gäbe.
Bedauerlicherweise sind in dem Artikel zwei Begriffe durcheinandergebracht worden. Wir haben erklärt, dass im Februar eines jeden Jahres der Black History Month zelebriert wird. Diese Feierbewegung afrikanisch-amerikanischer Geschichte in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde 1926 von Dr. Carter G. Woodson initiiert, womit er die breite Öffentlichkeit auf den Beitrag von afrikanisch-amerikanischen Mitbürgern zu der Geschichte ihres Landes aufmerksam machen wollte. Woodson wählte den Februar deshalb, weil in diesem Monat Abraham Lincoln, Frederick Douglass und Langston Hughes geboren wurden. Zu der Gründungszeit des Black History Months wurde die Geschichte und Tradition der afrikansich-amerikanischen Bevölkerung kaum in Geschichtsbüchern behandelt. Die Darstellung „Schwarzer“ in Geschichtsbüchern beschränkte sich auf ihren niederen sozialen Status.
Der Verein AAGE e.V. ist der Auffassung, dass das Bewusstmachen seiner Hautfarbe und Herkunft nicht nur ein Mal im Jahr, sondern monatlich, wöchentlich, täglich ein Grund des Feierns ist. Daher der Titel unseres Festes: African-American Awareness Day.
Natürlich darf in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die zahlreichen Vorkämpfer nicht fehlen, die dieses friedliche Miteinander möglich gemacht haben, indem sie zum Teil ihr Leben bzw. ihre Gesundheit und Leben oder Gesundheit ihrer Familien ließen. Die Timeline (Zeitachse) in dem zitierten Handout, das wir zum Lesen und Studieren ausgehändigt hatten, erschöpft sich nicht in Martin Luther King Jr. und Barack Obama.
Des Weiteren ist Cedric Barnes mit dem Satz: „Auf dieser Linie scheint es nur ein kurzer Sprung zu sein, und doch sind zwischen Martin Luther Kings Traum und unserem ersten Präsidenten 45 Jahre vergangen.“ falsch zitiert. Gesagt wurde, dass es einer Bewusstmachung bedarf, was das afrikanisch-amerikanische Volk innerhalb seiner 400jährigen Geschichte, beginnend mit der Entwurzelung und Sklaverei, geschaffen hat. In dieser Zeitachse sind namhafte Freiheitskämpfer des afrikanisch-amerikanischen Volkes verknüpft, (vorerst) endend mit – natürlich – Martin Luther King Jr. und Barack Obama, dem ersten afrikanisch-amerikanischen Präsidenten der U.S.A.
In dem Artikel klingt es an, als würden die anderen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika von dem afrikanisch-amerikanischen Volk nicht anerkannt, was selbstverständlich nicht stimmt.
Falsch ist auch das Zitat: „… oft wurden wir gewaltsam von unseren Wurzeln abgeschnitten und mussten lernen, uns in der Fremde zu behaupten.“
Die ehemaligen Sklaven wurden nicht „oft“ gewaltsam von ihren Wurzeln abgeschnitten. Sie wurden alle gewaltsam ihrer afrikanischen Heimat, ihrer Kultur und ihrer Sprache beraubt. Darauf hat Herr Barnes in dem Gespräch hingewiesen. Er erklärte, dass die ehemaligen Sklaven keine Schul- bzw. Ausbildung erhalten durften und vermittelt wurde, sie seien wertlos.
Daher das Interesse, auf die Geschichte zu verweisen, auf die Vorkämpfer und damit verbunden natürlich auch auf die afrikanisch-amerikanischen Erfinder (z. B. Garrett A. Morgen, dem Erfinder der Gasmaske im Oktober 1914 oder Madam C. J. Walker, die sich in der Entwicklung von Cremes, Gesichtspuder und Haarpflegemitteln 1905 einen Namen gemacht hat).
Stolz kann und soll das afrikanisch-amerikanische Volk auf diese Vorfahren sein, war die Aussage des Herrn Barnes in diesem Zusammenhang.
Falsch wiedergegeben ist weiterhin: “Unter dem Druck der europäischen Einwanderer seien die Afrikaner in den USA …“ Heißen muss es richtig: „Unter dem Druck der europäischen Einwanderer sei das afrikanisch-amerikanische Volk in den USA …“
Zu der Feier sind, wie der Veranstaltungsbroschüre, die ebenfalls ausgehändigt wurde, zu entnehmen ist, nicht nur „ältere Sporttrainer aus der Karibik“ (es handelt sich hier um Carol Chatterton, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich Crickett-Trainer in Frankfurt-Ginnheim ist und seit 1965 in Deutschland lebt und arbeitet) und „jugendliche Rapper aus Angola“ (es handelt sich um zwei deutsche Jugendliche, deren Eltern aus Angola stammen).
Ein Zusenden des Entwurfs bzw. telefonisches Absprechen des Artikels, wie von uns angeboten, hätte diese Missverständnisse, falschen Darstellungen und deren Klarstellung erspart.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Conny Brose
- für AAGE e. V. -
African-American German Exchange e.V.
Postfach 50 01 41
60391 Frankfurt







